Benedikt Waag, der 10-jährige Berliner Pitbike Supermoto Pilot setzt sich beim Finale gegen die europäische Konkurrenz durch und holt sich im Euro Pitbike Supermoto Cup 2008 die Titel in den Klassen 150cc Limited und GP Open!


40km nordwestlich von Wien, in Stetteldorf am Wagram, fand am vergangenen Wochenende das Finale des in vier Runden (CZ, SK, HU, AU) ausgetragenen Mini-Supermoto Cups statt. Auf der im Vergleich mit den vorangegangenen Austragungsorten, eher glanzlosen Anlage des österreichischen Veranstalters Hans Eichinger, gilt es für Benedikt, die Führung in zwei Klassen zu verteidigen und den Titel nach Berlin zu holen.

Bis nach dem Zeittraining der Klasse 150cc läuft alles wie am Schnürchen. Er fährt wie gewohnt Spitzenzeiten und setzt sich in der Klasse 150cc an die Spitze des Starterfeldes auf Pole. Das direkt im Anschluß ausgetragene Zeittraining der Klasse GP Open beendet dann die Ruhe im Team und bringt Dramatik in den weiteren Verlauf des Finaltages…

In Runde zwei des GP Open Zeittraining setzt Bene zu einer schnellen Runde an, legt einen Gang nicht exakt ein und kassiert einen Gangspringer, der den frisch vom Tuner überarbeiteten Motor überdrehen lässt. Ventilschaden.

Dramatische Szenen im Fahrerlager: Zwar reicht die Einrollrunde zur Qualifikation auf dem 6.Startplatz, jedoch standen keine Ersatzteile für eine schnelle Reparatur des Motors zur Verfügung. Benedikt sieht seine Titelchancen schwinden und findet sich im Tal der Tränen wieder, während Teamchef Tom im Fahrerlager verzweifelt nach einer Lösung sucht. Kaum 5 Minuten vor Start des ersten Laufes der Klasse 150cc Racing wird er fündig: Der Vater des späteren Gesamtsiegers der Klasse 125cc, Petr Smidt, aus der Tschechei, stellt Benedikt ein Ersatzbike zur Verfügung. Schnell werden Startnummern geklebt und das gelinde gesagt mäßig laufende Bike auf Bene abgestimmt, so gut es ging.

Bene nach dem Lauf:“ Ich war so glücklich, dass ich doch noch starten konnte, dass mir ganz egal war, dass ich am Start von Pole auf Platz 7 durchgereicht wurde. Ich wollte auf jeden Fall einige Punkte sammeln um meinen Gesamtsieg abzusichern, denn mein Vorsprung in der Gesamtwertung reicht am Ende vielleicht nicht aus.“

In der Mittagspause keine Spur von Erholung im Team: Der defekte Hotshot Motor muß aus dem Rennbike ausgebaut werden, ein Einbauversuch des Pitster Motors aus dem Ersatzbike scheitert. Noch 15 Minuten zeigt die Uhr als erneut Rettung aus Tschechien in Person des Teamchefs von Dirtbike.cz am Zelt des jungen deutschen erscheint. Auf seinem Arm hält er einen 115cc daytona Motor nebst passender Zündung! In atemberaubendem Tempo wird das gut 5 PS schwächere japanische Rennherz in den V-Toys Alurahmen implantiert. Pünktlich zum mahnenden Aufruf des Rennleiters saust der Kickstarter nieder. Zwar springt der Motor sofort an, läuft aber sehr unrund und hat Aussetzer. Bene muß erneut auf der Pitster von den Smidts an den Start rollen.

Von Startplatz 6 aus darf Benedikt seinen nur 9 Punkte entfernten Verfolger, den Tabellenzweiten Dusan Hrdlicka, nicht zu weit davon ziehen lassen, ansonsten wird es knapp in Sachen Gesamtsieg GP Open. Bene kommt schlecht weg und kann dem Feld kaum etwas entgegen setzen. Bis auf den vorletzten Platz wird er durchgereicht. Aber auch Dusan hat Pech und kommt nur im Mittelfeld über die Ziellinie.

Während des Rennes der GP Open wird der Massefehler gefunden, der den stotternden Lauf des Daytona Motors verursacht hat. Zum wenig später geplanten Start zum zweiten und finalen Lauf der Klasse 150cc kann Benedikt ganz entspannt in den Vorstart ziehen. Der Titel für diese Klasse ist ihm bereits sicher. Leistungsmäßig hoffnungslos unterlegen kommt Benedikt vergnügt als 6. über die Ziellinie und strahlt vor Glück über seinen Gesamtsieg in dieser Klasse.

Nochmals richtig spannend wird es um 14:50: Der Vorstart schließt, auf Pole der 14-jährige Österreicher Julian Eder, mit dem Bene sich gerne um den Tagessieg gebalgt hätte. Dann eine Riege junger Fahrer aus der Tschechei und der Österreicher Jesy Aichinger sowie der Senior im Feld und Tabellenzweite Dusan Hrdlicka. Auf Position 6 dann Benedikt. Bene bekommt wie auch schon im ersten Lauf die taktische Anweisung vom Teamchef:“ Behalte Dusan im Auge, laß ihn nicht weiter als 4 Positionen davon ziehen und fahre dein Rennen sicher nach Hause.“ Nach schlechtem Start ordnet Bene sich im hinteren Feld ein, 4 Plätze hinter seinem tschechischen Kontrahenten. Bange Runden folgen: Kann Dusan noch einen Platz gut machen? Kann Bene den 7. Platz halten? Doch dann geht es Schlag auf Schlag: Jesy fällt mit Motorschaden aus, Dusan wird noch zwei Plätze durchgereicht und Bene setzt sich direkt hinter Dusan fest. Vier Runden vor Schluß signalisiert Bene per erhobenem Daumen: Alles ok, keine Probleme! Mit der Zielfahne bleiben Benedikt 3 Punkte Vorsprung auf den Zweiten der Gesamtwertung und damit ist sein Doppeltitel perfekt!

Die anschließende Siegerehrung beschert Benedikt die zwei begehrten Riesentrophäen für seine Sammlung. Bene nach der Ehrung:“Das sind meine beiden wichtigsten Erfolge. Jetzt bin ich, wovon ich die gesamte Saison geträumt habe, Doppel Europacup Sieger 2008. Ich bin glücklich. Vielen Dank an mein Team, die Sponsoren und meine Freunde.“

 

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